Wenn Kindheitserinnerungen erwachsen werden: Stockbrot mit Parmesan und Zitronenthymian

Es gibt Kindheitserinnerungen, die verlassen einen nicht.

Einige der schlimmsten aber auch viele meiner schönsten stammen aus dem Kinderladen, meinem links-alternativ-angehauchten Kindergarten. Dort habe ich Tage voller Abenteuer und aufregender Erlebnisse verbracht.

Ich habe erkundet, wie weit man fliegen kann, wenn man vom Klettergerüst springt und gelernt, dass Mädchen nicht mit Jungs Wettpinkeln spielen können. Wir haben im großen Wald am wilden „Amazonas“ Ungeheuer gejagt und im Naturerlebnispark Indianertipis gebaut. Ich hatte Mückenstiche so groß wie Wasserbomben, wir haben mit Streichhölzern Lagerfeuer im Klassenzimmer gemacht (sorry, liebe Erzieher – aber ein echter Indianer hat immer auch ein Lagerfeuer ;-) ) und mein bester Freund Kai hatte die komplette Playmobil-Wild-West-Kollektion.

Wir haben ums Feuer gesessen, Lieder gesungen und Stockbrot gegessen.

Stockbrot mit Zitronenthymian und Parmesan

Stockbrot auf dem Grill

Stockbrot mit Parmesan und Zitronenthymian

für 6 Grillmeister

  • 400 g Mehl (Typ 550)
  • 1/2 TL Salz
  • 7 g Trockenhefe (= 1 Tüte)
  • 1 EL Waldhonig
  • 3 – 4 Zweige Zitronenthymian
  • etwas Abrieb einer Zitrone (oder gemahlene Zitronenschale)
  • etwas Zitronensaft
  • 50 g Parmesan
  • 4 EL Olivenöl + etwas mehr
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 6 Stöcke

In einer Schüssel Mehl, Salz und Trockenhefe mischen. Den Thymian fein hacken und dazu geben. Ebenso etwas geriebene Zitronenschale sowie den geriebenen Parmesan. Einen Spritzer Zitronensaft, Honig, Olivenöl sowie lauwarmes Wasser dazu geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Zum Schluß nochmals mit den Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche für ca. 5-8 Minuten durchkneten.

Den Teig in 6 gleich große Stücke teilen und diese in eine mit Olivenöl ausgepinselte Form legen. Für mindestens 45 Minuten an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen.

Die Stöcker auf die richtige Länge bringen und im oberen Teil (ca. 20 – 25 cm) die Rinde mit einem Messer abmachen. Dabei darauf achten, dass der Stock schön glatt wird und möglichst keine Splitter entstehen. Die frei gewordenen Flächen mit heißem Wasser abspülen und mit etwas Olivenöl einreiben.

Die 6 Teigstücke nochmals einzeln durchkneten und dann zu Schlangen ausrollen. Diese um die Stöcker wickeln.

Auf dem Grill (oder über der Glut vom Lagerfeuer) in ca. 15 – 20 Minuten garen.

11 Antworten zu “Wenn Kindheitserinnerungen erwachsen werden: Stockbrot mit Parmesan und Zitronenthymian

  1. Ich kenne das Stockbrot auch noch von damals aus dem Zeltlager. Soweit ich noch weiß, war es gar nicht mal besonders würzig, aber man erinnert sich trotzdem gerne daran, weil es einfach ein tolles Erlebnis war. Beim nächsten Zelten über Pfingsten werde ich dieses Rezept auf jeden Fall einmal ausprobieren. Besonders die Kombination mit Parmesan und dem Zitronenthymian hört sich sehr lecker an.

    • Hi Daniel,

      wahrscheinlich war es früher einfach der Geschmack von Abenteuer. ich erinnere mich auf jeden Fall auch gerne daran zurück.

      freue mich, wenn es Dir dann zu Pfingsten hoffentlich genauso gut schmeckt.

      LG, Natalie

  2. Bin Pfadfinderin und Stockbrot ist da etwas, das einem immer wieder unterkommt (von uns Österreichern liebevoll „Steckerlbrot“ genannt) – aber deine Variante klingt gleich noch enmal um ein Eckerl schmackhafter als die traditionelle Variante ohne Honig und Thymian! Gekauft und das nächste Mal mit am Lagerfeuer dabei! :)

    • das freut mich :-)

      und kulinarisch gelernt (dabei ist der Tag noch so jung): in Deutschland Stockbrot, in Österreich Steckerlbrot und in der Schweiz Schlangenbrot…

      bloggen und lernen! so mag ich das :-)

      • Da wir nächstes Pfadfinderlager „an dem Amazonas“ fahren (nicht wirklich, aber in der Abenteuergeschichte) würde sich „Schlangenbrot“ auf jeden Fall anbieten! Bin gespannt, was die Kids sagen! :)

  3. Schlangenbrot! Soo guet :) Da werden auch bei mir Kindheitserinnerungen wach! Ich krieg gerade richtig Lust, das nachzumachen! Wenn nur das Wetter etwas mitspielen würde! Wie war eigentlich Zürich? ;)

    • toll, wie diese einfachen Dinge funktionieren, oder?

      ich hatte das nur rausgekramt, weil wir gegrillt haben und Freunde ihren Sohn mitbrachten. Eigentlich nicht mehr als ein Hefeteig, aber sobald man gemeinsam Stöcke geschnitzt hat, bekommt’s eine Prise Abenteuer und schmeckt gleich drei mal so gut :-D

      und ach *seufz* Zürich war/ist wunderschön! :-) und das beste ist, es geht erst morgen Abend wieder zurück

      • Na wenn ich die Tage nicht so busy wär, dann hätte das eigentlich nach ’ner gemeinsamen Kochsession geschrien ;) Aber -da es dir so gut gefällt- kommst du bestimmt bald wieder :)

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