Hungrig am gedeckten Tisch. Eine Anleitung. Außerdem: Apfel-Salbei-Dressing

Wenn man etwas abnehmen möchte, dann sucht man sich am besten einen Foodblogger zum Freund. Das hört sich nach einer wilden These an? Ist es nicht. Nachfolgend ein Beispiel eine Warnung.

Das Essen ist fertig und duftet verführerisch. Alles scheint perfekt. Aber dann sieht der Teller nicht schön genug aus. Also noch mal anrichten. Oh – da oben rechts ist noch ein Saucen-Fleck. Wo ist denn gleich das Küchenpapier? *foodblogger verschwindet im Chaos, das sich Küche nennt* Ah! Schön! Jetzt nur noch schnell… hmm, ein paar Salzflocken, vielleicht ein paar Kräuter, gerösteste Nüsse, Blüten? Ja. so gefällt der Teller.

Erste Hürde geschafft. Jetzt gibt es endlich was zu Essen. Denkste!

Der liebe Koch (a.k.a. Foodblogger) dreht sich mit dem Teller in der Hand weg vom Herd und hin zur „Casting-Ecke“. Es ertönt ein erschrockenes „Oh nein!“ In den Augen der Gäste macht sich Panik breit. Ist das Essen verdorben? Reicht es nicht für alle? Nein – nur bei der Suche nach der richtigen Deko, beim Tellerputzen und anrichten… ist das tolle Licht verloren gegangen. So ein *!@-Drama aber auch! Jetzt heißt es mit dem angerichteten Teller von Fenster zu Fenster ziehen. Überall ein Probefoto *klick* und noch eins *klick* machen – gefolgt von kritischen Blicken auf das Kameradisplay. Wenden. Hineinzoomen. Noch ein Foto. *klick* Nächstes Fenster.

„Ob ich mit dem Teller schnell aufs Dach…?“ denkt sich der Foodblogger – da ist man immerhin auch der Sonne näher…

fruchtiges Apfel-Salbei-Dressing

Apfel-Salbei-Dressing mit gerösteten Mandeln

für eine 3-4 Personen Salat-Portion

  •  1/2 säuerlicher Apfel (bei mir Granny Smith)
  • 3 Salbeiblätter
  • 4 EL Olivenöl
  • 8 EL Balsamico bianco
  • 2 Msp. Chili piquin
  • Salz, Pfeffer
  • 3 EL Mandelblättchen

Den Apfel schälen und grob hacken. Den Salbei waschen und ebenfalls grob hacken. Beides zusammen mit Öl und Balsamico bianco in den Mixer geben und pürieren. Mit Chili, Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vorm servieren über den Salat geben und vermischen. Die Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett goldgelb rösten und über den Salat streuen.

Bei mir gab es das Dressing zu einem Feldsalat mit Apfel und Rote Beete-Streifen. Der war leider schneller aufgegessen, als ich *klick* sagen konnte – daher heute ausnahmsweise nur mit Alibi-Foto.

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16 Antworten zu “Hungrig am gedeckten Tisch. Eine Anleitung. Außerdem: Apfel-Salbei-Dressing

  1. *tränenlach* wie wahr, wie wahr… :D Und selbst nach einem Jahr Foodbloggerei wird es nicht anders (sprich: organisierter). Komplett ungestylt (und damit meine ich out-of-bed-Zustand) aus dem Haus gerannt und um ein Haar den Zug verpasst, weil morgens noch Cupcakes für ein Blogevent gestylt und aus allen erdenklichen Winkeln fotografiert werden mussten? True Story.

    • hahaha!!! DAS kann ich mir so gut vorstellen.

      wie oft vergesse ich über nur-noch-schnell-was-kochen-oder-backen morgens, dass es ja eigentlich einen anderen Grund gab aufzustehen :)

  2. Von den Leiden eines Bloggers :) Grosses Kino! Echt toll erzählt, ich musste herzhaft schmunzeln und habe mich in vielen Szenen selbst wieder erkannt. Nicht selten ist mein Essen schon kalt, bevor ich es endlich geniessen kann! Ganz schlimm wird es aber, wenn ich das selbe Gericht am nächsten Tag nochmals kochen muss, weil die Fotos am Vortag mich nicht überzeugt haben :D

    • ja. sind wir nicht alle gleich? das ist so schön zu wissen, dass es da draußen irgendwo Menschen gibt, die genauso (verrückt) sind. aber das hatten wir ja letztens erst in Deinem Blog-Geburtstags-Artikel!

      ich denke, mein erstes Buch wird den Titel haben „Soziographie eines Bloggers“ und danach gebe ich ein Wörterbuch heraus „Adjektive für Foodblogger“ :-)

  3. Dieses Gäste-warten-lassen-denn-ich-brauch-noch-ein-Foto-vom-Essen kenne ich nur allzu gut. :D Meine Familie fängt mittlerweile einfach mit dem Essen an, sobald einer der Teller ansehnlich genug drapiert wurde. Und ich geh dann erstmal auf Fensterjagd. ;-)
    Die Salatsoße klingt auch gut; ist mal was anderes!

    Liebe Grüße,
    Anni

    • ja meine Freunde schauen auch schon lange nicht mehr komisch, wenns mal wieder etwas länger dauert – man müsste mal eine Liste der typischen Foodblogger-Macken erstellen ;-)

      ich fand es super lecker! aber ich bin auch absoluter Salbei-Fan!

    • Hi Christoph,

      das ist eine Chili-Sorte (sehr klein, ca. 1 cm, rot bis dunkelrot) Man sagt eine der ursprünglichsten. Sie sind etwas schärfer (aber noch nicht so scharf wie Habaneros) und haben dabei ein fruchtiges (angeblich tomatenähnliches) Aroma.

      Liebe Grüße,
      Natalie

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