Vegan Wednesday: Gedünstetes Gemüse in Ingwer-Sauce und andere Kleinigkeiten

Als 14-jähriger Teenager hatte ich meine eigenen Vorstellungen von der Welt und ein starkes Bewußtsein, dafür was richtig und falsch ist – oder sagen wir, was ich und meine Freunde als richtig und falsch ansahen. Besonders in Erinnerung ist mir mein Konfirmations-Gottesdienst, den wir Konfirmanden zum Thema Tierquälerei gestalteten.

Ich prangerte in einer Inbrunst, die wohl Teenagern ganz eigen ist, die Massentierhaltung, die „Produktionspraktiken“ und Fleisch (und somit Tierleben) als Wegwerfgut an. Ich sprach von Tierhaltung und -tötung, wie sie damals (heute) betrieben wurde als Mord. Doch unser Pastor sorgte sich um die sensible Zuhörerschaft; er war halt diplomatischer als ich 14jähriger Vegetarier.

Ich bin lange kein Vegetarier mehr – und wenn man sich hier umsieht, weiß man gleich, dass ich ein gutes Stück Fleisch sehr zu schätzen weiß. Trotzdem bringen mich Berichte über Massenfleischproduktion immer wieder an den Rand von Unverständnis und Tränen – und vielleicht sogar darüber hinaus.

Wenn wir uns von Tieren ernähren, haben sie dann nicht erst recht unseren vollen Respekt verdient?

vegan-wednesdayDaran erinnert mich auch wöchentlich der Vegan Wednesday. Er wurde von Cara (think. care. act.), Regina von (muc.veg), Julia von (Mixxed Greens) und Carola von (twoodledrum) ins Leben gerufen, um die Vielfalt veganen Essens zu zeigen. Jede Woche sammelt eine andere die Beiträge und postet diese (in wohl mühewoller Kleinarbeit) auf einem Pinterest-Board dazu. Ausführliche Infos zum VW finden sich hier.

Für mich war es ungewohnt bewußt in veganen GrenzenMaßstäben zu denken. Das passiert sonst mehr so nebenbei. Aber dann hat es Spaß gemacht und mein erster Vegan Wednesday war zumindest kulinarisch ein toller Tag. Ob ich das jetzt jede Woche so ausführlich festhalten kann, weiß ich nicht. Aber ich möchte zumindest versuchen, immer wieder auch einen veganen Tag einzulegen. Die Rezepte finden sich dann bei den besonderen Essern in der Kategorie „vegetarisch und vegan„.

Und hier mein Vegan Wednesday #1 in Essens-Höhepunkten:

Zum Frühstück
gab es direkt nach einer kurzen Jogging-Runde einen Himbeer-Kokos-Shake. Dieses Mal ohne Agavensaft oder anderem Süßungsmittel, dafür in doppelter Menge und mit extra Eiswürfeln. Dank meines Dachgeschoss-eigenen, kleinen Sanariums habe ich derzeit einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf… Besonders gefreut habe ich mich am Nachmittag über die Reste von morgens. Die wurden dann quasi zur Kaffeezeit verputzt.

Himbeer-Kokos-Smoothie - fast Slow Carb

Zum Mittagessen
kochte schon wieder aus meinem Lieblingskochbuch: Vegetarisch! Das goldene von GU

Gedünstetes Gemüse in Ingwer-Sauce

für 2 Personen

  • 30 g Ingwer
  • 1 kleine Tomate
  • 2 Möhren
  • 1 Schalotte
  • 250 g Pakchoi (im Original: 500 g)
  • 1/2 Zehe Knoblauch (im Original: 2)
  • 5 EL Sojasauce
  • 1 EL Reisessig
  • 1 EL Balsamico bianco (im Original: statt Reisessig und Balsamico 2 super Allergie auslösende EL Zitronensaft)
  • 1 EL Sesamsaat
  • 1 + 1 EL Sesamöl
  • Salz

gedünstetes Gemücese in Ingwersau

Vom Pakchoi unten den Strunk abschneiden. Die einzelnen Blätter teilen, waschen und gut trocken schütteln. Ich lasse sie auf einem Küchenhandtuch liegen und kümmere mich erstmal um den Rest.

Den Ingwer fein reiben. Die Möhren schälen, halbieren und in feine Julienne schneiden (wer einen Julienne-Schneider besitzt ist klar im Vorteil und kann schneller essen, für alle anderen heißt es meditatives Möhren-Schneiden). Die Tomaten fein würfeln. Den Knoblauch fein hacken.

Die einzelnen Pakchoi-Blätter längs halbieren oder dritteln (je nach Größe) und dann quer in etwa 2 cm-breite Streifen schneiden.

Pakchoi

In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen. Darin die Zwiebel und den Ingwer anschwitzen. Mit Essig und Sojasauce ablöschen und die Tomaten hinzugeben. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

In der Pfanne den zweiten EL Öl erhitzen und darin den Knoblauch goldgelb rösten. Die Möhren hinzugeben und für 3 – 4 Minuten anbraten. Den Pakchoi ebenfalls hinzugeben und 2 – 3 Minuten mitdünsten. Dann die Sauce mit den Tomaten wieder zugießen und noch ein paar Minuten dünsten, bis der Pakchoi gar ist.

Mit den Sesamkörnern bestreuuen und anrichten.

Dazu gab es für mich Glasnudeln. Und aufgegessen habe ich alles ganz alleine ;-)

abends
stand Resteverwertung auf dem Speisezettel und es gab ein Grünes Curry in Kokossauce, abgeschmeckt mit Curryblättern, Koriander, Kardamom und grünem Pfeffer.

IMG_2555

4 Antworten zu “Vegan Wednesday: Gedünstetes Gemüse in Ingwer-Sauce und andere Kleinigkeiten

  1. Ich hoffe du bist meinen Kommentar-Marathon noch nicht leid. :) Werde jetzt auch bald nen Punkt machen, aber hierzu habe ich auch noch was beizusteuern… Abgesehen von den köstlichen veganen Anregungen (Memo an mich selbst: ENDLICH auch beim vegan Wednesday mitmachen), bin ich eurer Meinung, was Massentierhaltung und Fleischkonsum angeht. Ich gehe aber momentan trotzdem einen Schritt weiter, indem ich völlig auf Fleisch und Fisch verzichte. Das muss keine Entscheidung für immer sein, aber bisher tut es mir sehr gut und ich fühle mich rundum wohl…

    Folgende drei Zahlen sind halt doch bemerkenswert (unangenehm): 1kg Rindfleisch = 16kg Getreide + 15.000liter Trinkwasser. :O

    In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute und die nächsten 4 Wochen… Schöne Zeit liebste Nat! :)

  2. Hm, bin zwar auch weitest davon entfernt, vegan zu leben und teile deine Meinung zum Fleisch (heißt: ich weiß gutes Fleisch zu schätzen, finde aber die Massentierhaltung auch gruselig, weshalb ich um dieses Fleisch und die Milcherzeugnisse so weit es geht einen großen Bogen mache – was wiederum zu weniger Fleischkonsum führt, weils a) schwierig zu besorgen und b) teuer wird) … aber deine Vegan Wednesday-Gerichte kommen echt lecker daher. Und wahrscheinlich wird man trotzdem am VW auch ordentlich abnehmen, oder ;-)
    Liebe Grüße!

    • Hi Jana,

      für mich gehören Fleisch und Tierprodukte zu einer ausgewogenen Diät/Ernährung. Ich greife dann lieber etwas tiefer in die Tasche und kaufe bei einem Bauern, der die traditionellen Haltungen fördert und bei dem die Tiere Platz haben und vernünftig leben können. Das hat ja für mich auch den Vorteil, dass ich hinterher Fleisch bekommen, dass besser schmeckt und gesünder ist. Wenn ich dort kein Fleisch kriege oder nicht schaffe hinzugehen, dann gibts halt keines…

      ich finde es aber immer beeindruckend, dass es so viele Menschen gibt, die ihr Leben umstellen und gar keine Tierprodukte mehr essen. Und ich finds toll zu sehen, dass das durchaus lecker, vielseitig und besonders sein kann.

      und ja, das Plus an diesen Gerichten ist sogar, dass sie noch leicht sind – für eine kalorienreduzierte, kohlenhydrat-arme Ernährung quasi perfekt. Was will man da noch mehr? ;-)

      Liebe Grüße und einen tollen Tag,
      Natalie

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