Challenges to be accepted: Bourbon Cider Braised Bacon | Dörrfleisch in Bourbon und Äppelwoi geschmorrt

Ein früherer Chef hat mal zu mir gesagt: „So gut wie Du Dich selbst antreibst, kann ich Dich gar nicht antreiben.“ Was für ein weiser Mann und wie gut er mich kannte.

Ich hatte schon immer „große“ Ziele (der geneigte Leser erinnert sich an dieser Stelle an She-Ra, die seit Samstag nun Princess of Kitchen-Power heißt) und bin gut darin, mir immer neue zu stecken. Der Gedanke an das, was alles möglich ist, was man können kann und was interessant sein könnte, treibt mich an.

Und dann sind da noch Grenzen. Ein lapidares „das kannst Du nicht“ – im falschen Zusammenhang und schon sitz ich dran.

So bin ich wohl; die größten Herausforderungen stellesuche ich mir meist selbst. Nicht immer geht das gut und zum Glück springe ich inzwischen nicht mehr auf jeden Zug auf. Doch manche Herausforderungen muss man einfach akzeptieren, wenn das Universum schon mit Bacon schmeißt. ;-)

Kein Wunder also, dass ich sofort einkaufen gehe, wenn ein Foodblogger auf seiner Facebook-Seite postet:

While I doubt most of you will ever make this … you should really consider giving it a go!

Das Einkaufen war allerdings gar nicht so leicht.

Da ist beim Bourbon ja nur die vergleichsweise kleine Ausweis-Hürde an der Kasse zu nehmen. Doch wo bitte kauft man gleich Cider? Am besten um die Ecke, gedanken-technisch: ich habe also regional gedacht und den ollen Cider durch tollen Äppelwoi ersetzt. Ein kleines Grinsen konnte ich mir schon beim Gedanken an die Umbenennung des Gerichtes nicht verkneifen: Äppelwoi Bourbon Braised Bacon.

Gut, jetzt noch Bacon. Klar, kriegt man in jedem Supermarkt. Praktisch aufgeschnitten, fertig fürs Frühstück. Aber so ein RIESEN-STÜCK wie das aus dem Ursprungsrezept? Nach ein paar naiven | laienhaften | unbedarften Fragen beim Metzger habe ich mich für Dörrfleisch entschieden – mageren Bauchspeck, der gepökelt und geräuchert wurde. …und gegrinst bei dem Gedanken an Äppelwoi Bourbon Braised Dörrfleisch.

Die Zubereitung braucht Stunden – dafür hält sich das fertige Fleisch hinterher bis zu 4 Wochen im Kühlschrank. D.h. wenn man nicht vorher alles aufisst. Das nächste Mal werde ich also gleich die doppelte Menge machen. Vielleicht auch mehr. Denn das Ergebnis ist ungewöhnlich genial. Wenn das Fleisch vorm Verzehr in der Pfanne knusprig gebraten wurde, zerfällt es fast. Es ist leicht säuerlich mit einer wunderbar fruchtigen Note. Ich hab es im ersten Lieblings-Pilz-Gericht meines Lebens gegessen, als Grilled Cheese Sandwich und auch einfach zum Rührei. Ich freue mich noch auf Salat oder Linsen und viele andere Gerichte damit.

Bourbon Cider Braised Bacon

Bourbon Cider Braised Bacon

Rezept von The Domestic Man

  • 0,7 l Cider (dem Rhein-Main-Gebiet treu, habe ich Äppelwoi genommen)
  • 0,3 l Bourbon
  • 20 Pfefferkörner (ich: Tasmanischer Pfeffer)
  • 4 Lorbeerblätter (ich habe einen Gewürzlorbeer und nehme frische)
  • 1 Pfund Dörrfleisch/magerer Bauspeck, gepökelt und geräuchert
  • außerdem: Schmorrtopf, ggfs. Alufolie

Bauchspeck - Dörrfleisch - Bacon

Den Ofen auf 175 ° C vorheizen.

Das Dörrfleisch in einen Schmorrtopf oder einen ofenfesten Kochtopf geben. Soviel Cider (in meinem Fall Äppelwoi) dazu gießen, dass das Fleisch fast bedeckt ist. Dann den Bourbon dazu geben.

Die Pfefferkörner mit dem Mörser andrücken und die Lorbeerblätter mit den Händen leicht zerdrücken – nur so sehr, dass sich das Aroma besser entfalten kann. Beides zum Fleisch geben.

Einen schweren Deckel auf den Topf geben oder mit mehreren Lagen Alufolie gut abdecken.

magerer Bauchspeck in Äppelwoi und Bourbon

Dann den Topf mit dem Fleisch für 4 Stunden im Ofen schmoren. Anschließend das Fleisch im Sud auskühlen lassen, das dauert etwa eine weitere Stunde. Danach sollte das Fleisch über Nacht im Kühlschrank ruhen.

Wenn das Fleisch frisch aus dem Ofen kommt, zerfällt es fast. Im Kühlschrank wird es wieder etwas härter. Dort hält es sich bis zu 4 Wochen. Zum Verzehr einfach kleine Scheiben abschneiden und in der Pfanne mit etwas Fett knusprig braten.

7 Antworten zu “Challenges to be accepted: Bourbon Cider Braised Bacon | Dörrfleisch in Bourbon und Äppelwoi geschmorrt

  1. Es lohnt sich eben doch auf den Lieblingsblog auch mal in älteren Rezepten zu stöbern :) So bin ich auf diesen herrlich ausschauenden Bacon gestossen, welcher definitiv auf meine Nachkochliste kommt! Die Frage ist nicht ob, sondern viel mehr wann :)

    • ich empfehle: sobald Du Deine Hände auf ein schönes, mageres, durchwachsenes Stück Bauchspeck legen kannst.

      ich habe mir gerade ein Stück bestellt und werde wohl auch noch mal eine Speck-Aromatisier-Session in die aktuelle Küchen-to-do-Liste einfügen.

      und vielen Dank für „den Lieblingsblog“ – ich fühle mich geschmeichelt und bin ein bißchen rot geworden :)

  2. Na, so schlimm ist das doch gar nicht. Als ich gelesen habe, dass die Zubereitung Stunden braucht, war mir schon klar: das ist nix für mich. Aber wenn die Stunden nur Schmorstunden sind, in denen ich gar nichts tun muss, sieht das ganz anders aus.

    Seit ich mit dem mehrstündigen Schmoren von Wild und Hochland-Rind hervorragende Erfahrungen gemacht habe, bin ich da ganz offen :-)

    Fragt sich bloß, was man in einer Äppelwoi-losen Gegend statt Cider nimmt. Wahrscheinlich Cidre ;-)

    • ja, Cidre wäre meine zweite Wahl gewesen. oder aber: Elbler. das ist Cider aus Hamburg und den kann man online bestellen. Wahrscheinlich bekommt man mit etwas Aufwand auch Cider im Laden – aber das hilft alles nicht bei will-ich-jetzt-sofort-machen :-)

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