Wie man einen Blogpost nicht schreibt. Und zwar: Erfolgreich – meine Top 5. Dazu: Asiatisch marinierter Lachs, Sellerie-Püree und eingelegter Rettich

Die Leiden eines Bloggers sind vielfältig, das erschließt sich leicht.

Tagsüber harte Arbeit ohne die geringste Ablenkung, abends Freunde in angesagten Bars und Top-Restaurants treffen und nachts dann hammer-mäßige Blogbeiträge schreiben. Der Foodblogger packt das Rezepte ausdenken, kochen und Küche aufräumen in die Tageszeiten dazwischen.

Ich meinte: Blogger sind ware Superhelden. Sie haben Fähigkeiten die Zeit auszudehnen, die die Vorstellung von Jean-Luc* weit übersteigen. Damit man also als mit den typischen Superhelden-Attributen* ausgestatteter (Food)Blogger nicht mit Warp-Antrieb vom Boden abhebt, sei folgende kleine Anleitung eine Hilfestellung, um ab und zu einfach mal 3 Wochen keinen Blogeintrag zu schreiben.

  1. Man nehme eine Phase, in der es – ach sagen wir einfach, an allen Ecken und Kanten rund geht. In dieser Phase setze man sich hin und schreibe einen Blogbeitrag. Absolut essentiell ist es dann, diesen Beitrag nicht zu veröffentlichen. Weil – naja, also da hinten auf dem Bild, da ist die Ecke vom Teller unscharf…
  2. Ein paar Tage später nehme man den Faden doch wieder auf und beginne das Brainstorming. Man nehme einen leeren Zettel und schreibe mögliche Themen und dazugehörige total wort-witzige Überschriften darauf. 14. (So viele passen auf meine leeren Zettel.)
  3. Dann nehme man einen Stift. Jetzt geht es also los! …und streiche 14 mögliche Themen mit dazugehörigen total wort-witzigen Überschriften wieder durch. Die Reihenfolge ist beliebig. Wichtig ist nur, dass die Methodik funktioniert und man bis hierhin noch nichts veröffentlicht hat.
  4. Einige Tage später dann überlege man sich ein Gericht, saisonal-regional-blogbar. Ach eigentlich – Hauptsache: Wenn das Gericht fertig und angerichtet ist, hat man keinen (in Zahlen: 0) geladenen Kamera-Akku zur Hand. Und vielleicht auch ein ganz bißchen zu viel Hunger, um auf die Minimal-Ladung des Akkus zu warten. Heute leider kein Foto für Dich.
  5. Schließlich sage man seinem schlechten Blog-Gewissen: “Heute, heute schreibe ich was. Also morgen, mein ich. Oder spätestens übermorgen. Auf den Tag kommt es jetzt auch nicht mehr an. Den nächsten Beitrag veröffentliche am Sonntag – passt sowieso viel besser. Für Sonntag habe ich (14?) total geniale Themen im Kopf.” Ziel muß es selbstverständlich sein, den Sonntag “un-ge-bloggt” verstreichen zu lassen – bis Montag – oder so…

Sicher besteht für diese Ausführung kein Anspruch auf Vollständigkeit. Doch diese kleine Top-5-Liste reicht hoffentlich schon, mir auch in Zukunft zu helfen, ab und zu einfach mal keine Blogbeiträge zu veröffentlichen. Denn was wäre schon ein Blog, in dem es regelmäßig Beiträge gibt. Dann womöglich noch solche wie diesen.

Asiatisch marinierter Lachs auf Sellerie-Püree. Dazu kalt marinierter Rettich.

Lachs Teriyaki. Selleriestampf. Rettich.

Endlich was zu essen für 2 – 3 Personen

>>> braucht Vorausplanung aber weniger als ein nicht-geschriebener Blog-Beitrag, nämlich nur 24 Stunden

  • 1 großes Bio-Lachsfilet, ca. 300 g, mit Haut (Sushi-Qualität)
  • 150 ml Tamari-Sauce (alternativ: Sojasauce)
  • 3 EL Reisessig (= 15 ml)
  • 1 Chili
  • 2 – 3 cm Ingwer, frisch gerieben
  • Sesamöl
  • 400 g Sellerieknolle
  • 1 TL Salz
  • 2 TL Meerrettich
  • 1 EL Butter
  • 1/4 unbehandelte Zitrone, nur Abrieb
  • Rettich
  • mehr Reisessig
  • 1 TL Salz
  • Chiliflocken
  • 1/4 unbehandelte Zitrone, nur Abrieb

Das Lachsfilet bereits am Vortrag marinieren.

Dazu das Filet kalt abbrausen, trockentupfen und ein Gefäß mit hohem Rand geben. Die Chili fein hacken. Etwas Ingwer frisch reiben und auch den Saft auffangen. Beides zusammen mit Tamarisauce und Reisessig mischen und über den Lachs geben. Über Nacht mit Folie bedeckt (oder in einem verschließbaren Gefäß) im Kühlschrank marinieren lassen.

Außerdem den Rettich einlegen.

Dafür den Rettich schälen und dann mit einem Sparschäler dünne Streifen herunterschneiden. Diese in ein Gefäß geben. Reisessig, Salz, Chiliflocken nach Geschmack sowie Zitronenabrieb mischen und darüber geben. Ebenfalls über Nacht mit Folie bedeckt (oder in einem verschließbaren Gefäß) im Kühlschrank marinieren lassen.

zum Lachs: marinierter Rettich

Für das Sellerie-Püree

den Sellerie schälen und in feine Würfel schneiden. Mit reichlich Wasser und 1 TL Salz aufsetzen, zum kochen bringen und in ca. 15 Minuten weich garen. Abgießen und den Kochsud auffangen. Etwa 4 EL vom Sud abnehmen und mit den Selleriewürfeln in einen Mixbecher geben, mit dem Pürierstab weiter verarbeiten. Die Butter und ggfs. mehr Kochsud hinzugeben bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Zitronenabrieb, Meerrettich und Muskat sowie nach Geschmack noch mehr Salz abschmecken.

Sellerie-Stampf mit Meerrettich

Um den marinierten Lachs fertig zu garen

bereits während die Selleriewürfel kochen in einer Pfanne etwas Sesamöl erhitzen. Den Lachs aus der Marinade nehmen und Chili- und Ingwerstückchen abstreifen. Durch die Tamarisauce verfärbt sich der Lachs, durch den Reisessig wird er in der Konsistenz schon etwas mürbe. Den Lachs mit der Hautseite nach unten in die Pfanne geben und auf kleiner Hitze vorsichtig garen, bis die Haut schön knusprig ist. Das Lachsfleisch selbst darf kalt bleiben.

Mit Selleriepüree und mariniertem Rettich anrichten, ggfs. Furikake dazu reichen.

asiatisch gebeizter Lachs mit knuspriger Haut

Nachsätze

* wie in Jean-Luc Picard – weil er der Raumschiff-Enterprise-Captain meiner Jugend ist
** für diejenigen, die sich im Superhelden-Foodblog-Universum nicht ganz so gut auskennen hier die wichtigsten Vokabeln
  • Superhelden-Umhang: wichtigstes Erkennungsmerkmal für echte Helden, auch: Küchenschürze
  • Zauberstab, Hammer oder anderes Superhelden-Werkzeug: bündelt die Superkräfte, ohne dieses Werkzeug muß der Held erst über sich selbst hinaus wachsen, um super sein zu können… auch: Kochlöffel oder Pürierstab
  • Ultra-innovative Gadgets mit Fantasy-Anmutung: sie sind zwingend notwendige Hilfsmittel zur Bekämpfung der Superschurken und Rettung der Welt im Allgemeinen, auch: Küchengeräte
 *** mehr gebeizten Lachs gibt es hier

16 Antworten zu “Wie man einen Blogpost nicht schreibt. Und zwar: Erfolgreich – meine Top 5. Dazu: Asiatisch marinierter Lachs, Sellerie-Püree und eingelegter Rettich

    • dankeschön. freut mich, wenn er Dir gefällt.
      liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Natalie

      PS: das „fitness“ in „fitnessfood4u“ erinnert mich gerade daran, dass ich mich auf zum Sport machen sollte :-)

  1. Pingback: Fernweh-Freitag: Hip, hipper, Cape Town | Frau Lehmann·

    • Liebe Ischta,
      herzlichen Dank für die Nominierung. Ein Award und dann noch für essen & l(i)eben. Da lasse ich mir was Schönes einfallen.

      ach – und wie schön: dass es uns allen scheinbar ein bißchen ähnlich geht. Was wäre man nur ohne die Gleichgesinnten :)

      Liebe Grüße,
      Natalie

  2. Das sieht super aus, wuderbares Bild. Dieses Gericht werde ich nachkochen, denn Meow, meine Frau, mag Lachsfilet, ist auch gesund für die Muttermilch, Omega-3, etc. :-)

    • das freut mich, dass es Dir gefällt! ich hoffe Meow dann auch.

      ich liebe Lachs sehr. und vor allem in dieser marinierten Form, weil man da noch viel vom Fisch selbst schmeckt.

      das mit der Muttermilch wusste ich gar nicht. aber gut zu wissen – wo gerade im Freundeskreis an allen Ecken Nachwuchs angesagt ist.

  3. Ich denke, jeder Blogger / jede Bloggerin sollte sich auch einmal ganz ohne schlechtes Gewissen eine Auszeit gönnen können. Schließlich soll ja alles, also nicht nur das Schreiben, sondern auch das Kochen und Essen in erster Linie Spaß machen und nicht in Stress ausarten :-). Und wenn dann nach drei Wochen wieder mal so ein tolles Rezept und so ein schöner Artikel rumkommt, dann ist doch alles bene! Ich musste bei den Top 5 ebenfalls sehr schmunzeln und habe mich in mehr als einem Punkt wieder erkannt :-)

    Frühlingshafte Grüße, ich freue mich auf weitere Beiträge!

  4. Na endlich schreibt sie wieder ;)

    Aber du nimmst mir die Worte aus dem Mund, die Zeit vergeht einfach zu schnell und manchmal sind 3 Wochen vorbei, bevor man überhaupt kapiert, dass man seit ’ner gefühlten Ewigkeit nicht mehr gebloggt hat.

    Deine Anleitung zu Abstinenz vom eigenen Blog liess mich jedenfalls mehrfach schmunzeln ;) Und dass du Lachs (in vorzugsweise roher Form) besonders gerne magst, ist nun langsam definitiv auch kein Geheimnis mehr :) I like!

    • ja, und es ist so schön wieder zurück zu sein. und auch zu wissen, dass es einem nicht alleine so geht. Wenn man dann alle Hürden des Nicht-Bloggens genommen hat, merkt man wieder wie gerne man seinen Blog hat :)

      und das mit dem Lachs: doch! das ist ein totales Geheimnis. Du willst mir doch nicht erzählen, das so ein Foodblog die Geschmacks-Vorlieben der Schreiber verrät ;-)

  5. Hi, hi … nicht Bloggen geht auch ohne latentes Leiden und schlechtes Gewissen: Man fahre ohne Laptop!!! in den Urlaub, zur Sicherheit in eine Unterkunft ohne WLAN auf dem Zimmer. Dazu nehme man ein paar Freunde mit, in deren Universum Foodblogs gar nicht existieren … und genieße das wahre Leben :-)

    Schöne Low-Carb-Idee, der Lachs und das Selleriepüree … wäre bei mir nach der äußerst kohlenhydratreichen österreichischen Knödel-Schmarren-Mehlspeis-Almdudler-Bier-Invasion der letzten Tage auch echt angesagt. Gottseidank war ich den ganzen Tag auf der Piste, sonst würden mir diverse Hosen nicht mehr passen ;-)

    Liebe Grüße
    Jana

    • Ha! nächstes Mal hole ich mir einfach die richtigen Tipps bei Dir :-)

      hört sich nach einem gelungenem Urlaub an. und wer in Österreich keine Mehlspeisen und die ganzen anderen guten Sachen isst, der wäre schlecht beraten.

      Herzlich willkommen zurück!

      Liebe Grüße,
      Natalie

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